Das Leben mit Standardabweichung
26 Jul
Seit 1985 veranstaltet der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe nun schon DAS FEST, seit vielen Jahren gehört es fest zu meinem Sommer-Freizeit-Programm. Dieses Jahr war ich an allen drei Festival-Tagen in der 50.000 Menschen fassenden Günther-Klotz-Anlage unterwegs und nehme gleich vorweg, dass die folgenden Fotos nichtmal annähernd dazu taugen DAS EREIGNIS angemessen zu würdigen.
Eine bescheidene Sammlung persönlicher Eindrücke:
Die Fantastischen Vier
…waren für mich ein besonderes Ereignis. Auch wenn ich mit der aktuellen Platte ehrlich gesagt nicht viel anzufangen weiss: Die Fantas bleiben eine der einflussreichsten und populärsten Bands, mit denen ich groß geworden bin. So waren die neuen Tracks willkommene Pausen zum Füßebaumelnlassen in einem gut gemischten Arrangement aus Klassikern. Friedlich tanzende Menschenmassen feierten den Picknicker, den Krieger, den Tag am Meer und sogar die Feststellung “Sie ist weg“.
Am passendsten formulierte ein Anonymer bereits vor mir: (euphorisch) “Die Fantas, Mann! Für Umme, Mann!”
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Beatsteaks
Mir zuvor eher nur aus den Medien bekannt und auch weniger meine aktuelle Stilrichtung, hat mich bei den Beatsteaks vor allem die Stimmung begeistert: Ich denke, dass auch Rock am Ring die pogenden Massen 150 Meter von der Bühne entfernt nur schwer toppen kann: Das zumindest haben die Herren aus Berlin bestätigt. Ein Rock-Konzert vom Feinsten, jedenfalls!
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DJ-Bühne
Jedes Jahr aufs neue DER ORT zum Ausklingen des Festivals und Einläuten der After-Hour in den Clubs der Karlsruher Innenstadt - die DJ-Bühne hat bis kurz vor Schließung der Günther-Klotz-Anlage noch Programm und ist damit Treffpunkt für feierwütige Gäste. Zumindest treffe ich dort seit Jahren regelmäßig alte Schulkameraden und sogar Freunde aus dem fernen Salzburg.
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Das Gelände
DAS FEST findet in einer schönen, grünen Parkanlage statt. Gar gibt es einen See samt Bootsverleih.
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Der Hügel
Das wohl einzigartigste Merkmal dieses Festivals ist DER HÜGEL. An ihm werden die Unmengen der Besucher deutlich. Es könnten Millionen sein - hätte das jemand behauptet, ich hätte es sofort geglaubt. Spontan fällt mir kein vergleichbares Festival-Gelände ein. Auch die Beatsteaks und die Fantas waren hörbar angetan, nannten ihn “Zuckerhut aus Menschen”, sprachen mit dem Berg - und der Berg antwortete.
20 Jul
Sodale - mir fahr’n denn ma los! Auf schlechtes Wetter vorbereitet lass ich mir die Laune heute nicht verderben - ich stimme mich sogar schonmal ein, indem ich mein neues Photo-Handy auf Tauglichkeit teste. Für “DAS FEST” scheint es geeignet zu sein - jedenfalls erkennt man auf dem ersten Bild, dass mein MacBook gerade ein Foto vom FEST 2004 darstellt.
Passt! Se’as!
22 Jun
Nicht, dass ich Salzburg dämonisieren möchte: Es ist nicht so, dass wirklich jeder unfreundlich ist. Ich denke es liegt am Tourismus. Die Anzahl an Touristen verhält sich genau umgekehrt proportinal zur Größe dieser Innenstadt - Millionen von Besuchern zwängen sich hier Jahr für Jahr durch enge, stinkende Gassen. Wer keinen österreichischen Dialekt spricht gehört zu ihnen.
Nach nunmehr 3 Jahren in dieser Stadt erlebe ich heute also zum ersten Mal so etwas wie Nachbarschaft. Beim Einkauf. Natürlich handelt es sich dabei um einen Tabakwaren-Laden: Hier durfte ich mir gerade eben Mangels Kleingeld und auf das nette Angebot der Besitzerin hin eine Schachtel Kippen anschreiben lassen - bis Montag. Wow.
13 Jun
Skurrile Geschichten aus dem kleinen Nachbarland rechts unten.
12.06.2007: Japaner zahlten 300 Euro für Gratiskonzert
300 Euro haben einige japanische Touristen für das “Konzert für Europa” in Schönbrunn bezahlt. Obwohl das Konzert eigentlich bei freiem Eintritt stattfand. Das berichtet “Der Standard”.
Quelle: http://wien.orf.at/stories/199547/
11.06.2007: Verdächtiger: “Weil ich an Pascher hab’”
Der mutmaßliche Schütze, der am Montag einen achtjährigen Buben angeschossen hatte, ist festnommen worden. Der 26-jährige Mieter soll auch auf weitere Kinder geschossen haben. Zum Motiv sagte er nur: “Weil ich an Pascher hab’”.
Quelle: http://wien.orf.at/stories/199330/
21.10.2006: Bombendrohung bei AUA-Flieger
Eine AUA-Maschine musste Ende Oktober wegen einer Bombendrohung umkehren und wieder auf dem Flughafen Wien landen. Wie die “Kronen Zeitung” berichtete, handelte es sich offenbar um einen Scherz. Ein Mann wurde angezeigt.
Quelle: http://wien.orf.at/stories/145726/
12 Jun
Zutiefst betroffen musste ich heute von der tragischen Begegnung des palästinensischen Gangsta-Rappers Massiv mit der Abendgesellschaft eines türkischen Kulturzentrums lesen, in deren Rahmen es zu gewalttätigen Ausschreitungen mit mehreren Leichtverletzten kam:
Massenschlägerei nach Konzert: Zuschauer greifen Rapper “Massiv” an - Spiegel Online
Zugegeben, es fällt mir etwas schwer, mich in die Situation zu versetzen. Das Rap-Business mit seinen ungeschriebenen Gesetzen ist mir ein Rätsel. Sollen Schlägereien die eigene Street-Credibility untermauern? Gehört es zum guten Ton, seine Gastgeber bereits zu Beginn des Auftrittes massiv zu beleidigen?
Soviel (Wort-)Gewalt um Nichts – für mich spricht hier die pure Verzweiflung:
“Ihr wollt’n Ghetto-Lied, auf’n Ghetto Beat. Kommt nach Wedding, dann wisst ihr wo das Ghetto liegt. Das ist mein Bezirk, geh hier nicht weg, liebe meine Brüder, widme ihnen diesen Track.”
Berlin-Wedding ist das Karrieresprungbrett des Pro-Rappers, der beim Major Sony untergekommen ist. Dabei dürfen wir seine Herkunft nicht vergessen. Massiv kommt nämlich aus Pirmasens/Pfalz. In nur zwei Jahren hat er es also geschafft, sich zu kleiden und zu verhalten wie ein Junge aus dem Ghetto. Das ist schon eine brave Leistung, Sony weiß dies sicher gebührend zu entlohnen. Da kommt auch eine Massenschlägerei gelegen: Medienwirksam umgesetzt ist sie Teil der bitter notwendigen Publicity eines Emporkömmlings, dessen größtes Problem ein unglaubwürdiges Image ist.
Man kann es ihm auch nicht übelnehmen: Seine eigene Identität zu verkaufen und die Klischees einer benachteiligten Gesellschaftsschicht auszubeuten sind in der knallharten Musikbranche sicher nicht die letzten Opfer, die zu erbringen man bereit sein sollte. Insofern stelle ich mir vor allem eine Frage:
Hätte er die Backpfeifen nicht schon früher verdient?
25 Feb
Servus d’Wadeln!
Doping-Skandal: Österreichische Wintersportler stecken in einer tiefen Krise bei den olympischen Winterspielen 2006 in Turin.
Wintersport, Spritzen, Razzia. Nachdem beim Team Österreich illegales Dopingzeugs gefunden wurde steht die internationale Presse Kopf. Warum eigentlich?
3 Jan
Of the places I’ve been and the things I’ve seen in this world, the last place I thought I’d see was New York. Don’t be fooled, in the back of my mind behind the thoughts of Shakespeare and Green tea, perhaps there was a small dream of the someday and the somehow. But the last two weeks have changed that idea. New York is at the front of my brain now and on Wednesday, I’ll be boarding a plane quite alone to travel there for three days.
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19 Dez
Neues von Charlotte
Für mich ist Fernsehen wie Politik: Während man glaubt, die eigene Stimme der richtigen Partei gegeben zu haben, wird man im Regelfall gleich nach der Wahl von der harten Tatsache enttäuscht, dass das Gewäsch das gleiche bleibt. Unausweichlich.
Beim Fernsehen kann man zwar jederzeit frei sein Programm wählen. Analog zur Politik wird aber überall der gleiche Schrott geblubbert. (more…)
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