Das Leben mit Standardabweichung
20 Nov
Holy moly, was für ein mitreissender Song. Jarvis Cocker’s britischer Band Pulp hätte ich schon längst einige Zeilen widmen sollen. Werde ich nachholen müssen: His’n'Hers, This is Hardcore, Help the Aged, usw. usf. dürfen in keiner anständigen Sammlung fehlen! So herrlich sympathisch pathetisch
Pulp - Babies
19 Nov
Mit Led Zeppelin fing es an und hörte es auf. Für mich zumindest. Als ich mit 14 Jahren eine CD meines Vaters in die Anlage legte und Whole lotta love mit sattem Sound den Raum um mich herum erfüllte, begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. Zwar fand er nie wirklich ein Ende, erschöpfte sich aber in der Qualität der Musik, sobald ich versuchte etwas Vergleichbares zu finden.
Um mich nun des Vorwurfs zu erwehren, nichts anderes zu kennengelernt zu haben, möchte ich betonen, dass ich so ziemlich alle wichtigen Namen des Genres angehört habe. Waren auch viele gute Sachen dabei, keine Frage. Aber heute, keine zehn Jahre später, sehe ich in meinem Last.fm-Profil kaum eine Größe dieser Richtung und stelle fest, dass ich mehr Franz Liszt und Beethoven höre, mein Musikstil ruhiger geworden ist und ich den Hang zu melancholisch-melodischen Künstlern entwickelt habe.
Ich bin des Rock aber keineswegs überdrüssig geworden. Die Erweiterung meiner Klanghorizonte war die treibende Kraft hinter dieser wohl normalen Entwicklung.
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Ich im Jahre 2000 mit meiner Les Paul
Meine Playlist versetzte mich heute mit einem Song zurück in diese Zeit, als ich die Nachbarn mit voll aufgedrehtem Verstärker zu malträtieren pflegte und der Bass das Hausdach abzuheben drohte. So gewinnt ein ehemals wenig beachteter Song von BRMC durch die Erinnerung an die unbeschwerte Jugend eine gänzlich neue Bedeutung. Ich lehne mich zurück und wiederhole eine Phrase in Gedanken…
I fell in love with a sweet sensation.
I gave my heart to a simple chord.
I gave my soul to a new religion.
Whatever happened to you.
Whatever happened to my Rock’n'Roll.
Black Rebel Motorcycle Club - Whatever happened (to my Rock’n'Roll)
16 Nov
Früher waren MTV und VIVA meine primären Quellen für neue Musik. Last.fm gab’s da noch nicht, ja noch nichtmal Web 2.0. Der Willkür profitorientierter Programmchefs ausgesetzt kam also öfters mal vor, dass man eine Band nach einem einzigen Videoclip aburteilte, den Namen in Gedanken mit dem Prädikat “uninteressant” versah und so abspeicherte.
So entgingen mir auch die 1991 in England formierten Tindersticks. Ausgerechnet Kurt Wagner weckte mein Interesse schließlich durch eine kurze Referenz an Stuart Staples während eines Solo-Auftrittes in Karlsruhe. Beide standen nämlich schon gemeinsam im Studio. Alleine daraus resultiert für mich die Verpflichtung, sich zumindest ein Mal aktiv mit der Band auseinanderzusetzen.
Und, wen wundert’s, die Jungs sind erste Sahne!
Dass es sich bei der Band um keine fröhlich-hippe Party-Posse handelt lässt die Zusammenarbeit mit Lambchop bereits vermuten und der ausgewählte Track ist zugegebenermaßen ein vor Leid strotzendes Beispiel, aber ich schreibe hier ja nicht für Top Of The Pops.
Charakteristisch sind die verrauchte Bariton-Stimme von Frontmann Staples sowie orchestrale Arrangements mit wechselndem Instrumental. Manchmal dick aufgetragen aber stets wohl akzentuiert. Kombiniert mit Texten, die oft sehr geradlinigen Geschichten gleichen und ehrlich und einnehmend auf mich wirken. Eine weitere Band, deren vollständige Diskografie ich nach und nach erstehen werde
Tindersticks - Dying slowly
16 Nov
Erwähnenswert an Stephin Merrit’s The Magnetic Fields finde ich neben der vielfältigen Klangwelt und dem Triple-Album “69 Love-Songs” die cleveren Texte der 1990 in New York gegründeten Band. Ausnahmsweise habe ich hier keinen Geheimtip verpennt: Ich musste wohl erst reifen, um Zugang zu den oft schweren Songs zu finden. Aber das macht ja nichts, im Gegenteil. Es freut mich, ähnlich wie das Lösen einer komplexen mathematischen Aufgabe. Und so ist der ausgewählte Song kein schluchzendes Aushängeschild meines Gemütszustandes sondern ein fröhliches Bekenntnis zur polnischen Melancholie
The Magnetic Fields - I don’t want to get over you
I don’t want to get over you.
I guess I could take a sleeping pill and sleep at will have to go through what I go through.
I guess I should take Prozac, right, and just smile all night at somebody new, Somebody not too bright but sweet and kind who would try to get you off my mind.
I could leave this agony behind which is just what I’d do if I wanted to, but I don’t want to get over you cause I don’t want to get over love.
I could listen to my therapist, pretend you don’t exist and not have to dream of what I dream of.
I could listen to all my friends and go out again and pretend it’s enough, or I could make a career of being blue.
I could dress in black and read Camus, smoke clove cigarettes and drink vermouth like I was 17 that would be a scream but
I don’t want to get over you.
27 Okt
Quelle: progressiveboink.com - (c) Universal Press Syndicate
Der Verweis auf die wahrhaftigen Giganten unter den Comicfiguren darf in einem Blog mit dem Selbstanspruch, pädagogisch bewertet nicht das Sinnloseste zu sein, freilich nicht fehlen: Calvin and Hobbes.
Progressive Boink: 25 Great Calvin and Hobbes Strips.
15 Aug
14 Aug
Zugegeben, an Einfallslosigkeit ist diese Schlagzeile nicht mehr zu übertreffen. Aber das ist Banane, denn ich bin entzückt! Nachdem ich Feist verschlafen habe bin ich hier auf was gänzlich Neues und Heisses gestoßen: Die Dänen Ane Trolle und Martin Siebenhaar mit ihrem Debut “Sweet Dogs”. Soundluxus der sich rumsprechen sollte!
Trolle Siebenhaar - “Sweet dogs”
14 Aug
Den juxtaglomerulären Apparat muss man nicht unbedingt kennen. Er zählt mit Sicherheit nicht zu den klassischen Bildungslücken, ist in der Regel eher innerhalb kitteltragenden Berufsgruppen bekannt und für mich Lernstoff, den ich kennen muss. Insofern betrachte ich das Wissen um ihn als notwendiges Übel.
Mit Feist ist es genau umgekehrt: pragmatisch gesehen gibt es für mich im Moment nichts Unwichtigeres als die Künste. Dennoch gebe ich mich der Muse hin, fühle wie eine Lücke, nein: ein ganzes Loch nicht gestopft sondern sanft ausgefüllt wird mit Klängen, die meine Ohren umschmeicheln. Schönheit zum Verlieben in vielerlei Hinsicht. Wie konnte sie mir nur so lange entgehen? Frau Ides, haben Sie vielen Dank für diesen Tipp!
Feist - “Mushaboom”
Weiterführender Genuss wird strengstens empfohlen. Tipp: One Evening; 1234
12 Aug
Last.fm beglückt meine Seele mit einem Meisterwerk des Herrn Ludwig van Beethoven. Die mp3 gibt es als Live-Stream ebenso wie als Datei zum herunterladen. Ohren auf beim Audioschmaus
6 Aug
War doch ein Schauspieler, gell? Weiss ich jetz auch nicht so genau. Nicht meine Generation. Nur vom Namen her geläufig. Achja, und das Gesicht natürlich - den erkennt man halt.
Aber Jesus - das hab ich nicht gewusst, auch wenn mein erster Gedanke “Ach Du Heilige!” war. Zugegeben: Ich weiss nichtmal, ob das Nichtwissen um Klaus Kinski’s Biografie jetzt als Bildungslücke gilt. Aber das Video sollte man gesehen haben!
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