“Dieses Symbol wird man sich merken müssen”
Quelle: Keine Ahnung mehr.

Man konnte diesem Thema heute ja auch nicht ausweichen: Jede große Onlineredaktion schien sich über die vergangen zwei Tage nur mit den News über den neuesten Coup von Google zu befassen:

Sueddeutsche.de: Neues Web-Werkzeug
Sueddeutsche.de: “Bequem, aber kritisch!”
Spiegel Online: Schlank, schnell, stabil.
Spiegel Online: Lob, Liebeshymnen und ein großes Loch
FAZ.net: Wird Mono-Chrome zum Monopol?
Stern.de: Chrome braust allen davon
Stern.de: Das Google-Dilemma
Golem.de (8 Seiten!): Betaversion des Browsers ist da
heise.de: Google greift Microsoft mit eigenem Browser an
heise.de: Googles Webbrowser Chrome wühlt das Web auf
Bild.de: Web-Rüsten im Browser-Krieg

Es wurde wohl so ziemlich alles bereits gesagt. Fakten, Theorien, Befürchtungen und gar erste Bugs.

Individuelle Produktnummern der Software (die eine eindeutige Identifizierung ermöglichen), personalisierte Inhalte auf Startseiten, automatisierte Suchunterstützung (die jeden Tastenanschlag an Google übermittelt), Inkognito-/”Porno”-Modus, minimalistische Bedienelemente, schnellere Javascript-Engine, OpenSource Quellcode, effizienteres Speichermanagement und erste fatale Bufferoverflows durch simple, undefinierte Handler (Für Chrome-User war der obige Link “erste Bugs” bereits ein Programmabsturz): So ist meine Bilanz des ersten Versuchstages, aber derer gleichen wird man bereits endlos lesen können. Wer noch was ergänzen mag, bitte!

Am Ende eines ausgedehnten Tages im Internet stelle ich fest: Chrome ist verdammt und verdammt dazu, gut zu sein. Das Echo könnte nicht ambivalenter und ich nicht unschlüssiger sein.

Auf der einen Seite werden technische Innovationen wie die in Dänemark entwickelte Javascript-Engine gefeiert, auf der anderen Seite kommt es durch einfachste Fehleingaben zu Totalabstürzen (Merke: es ist eine Beta-Version!). Diffuse Ängste der Usermassen bescheren Datenschutzskeptikern ein breites Publikum (was zur Zeit in Deutschland freilich nicht gänzlich unbegründet sein mag), während gleichzeitig die Faszination an personalisierten Inhalten ungebremst wächst.

Ich habe Chrome installiert und getest und verworfen. Wieder gestartet, weiter getestet und erneut beendet. Damit gehöre ich immerhin zu 2,6% der Web-Benutzer weltweit Marktanteil des Browsers. Zwölf Stunden nach Veröffentlichtung eine beachtliche Zahl.

Das Ding der Bequemlichkeit: Ich behaupte jetzt einfach mal, dass dieser Trend anhält. Diese Vermutung fußt auf über 10 Jahren Computererfahrung und der eingebildeten Kenntnis darüber, dass der druchschnittliche User/die Masse sich von schlichter Anwenderfreundlichkeit überzeugen lässt. Google mit seiner Fülle an kostenlosen Angeboten, hat in meinen Augen jedenfalls das größte Potential, diese Ansprüche zu befriedigen.

Ich musste jedenfalls erst kürzlich hunderte Euro in teure Markensoftware investieren. Alles aufgrund von Standards in Wirtschaft und Forschung. Eines stand danach für mich fest:
Ich gebe gerne die paar Daten über mich frei, wenn Standards in Zukunft kostenlos sind. Die Synergie aus Google und OpenSource könnte sich als wegweisend bewahrheiten; ebenso gut könnte sie grandios scheitern. Ich bin gespannt.