Da sitze ich noch kurz vor dem Rechner um die E-Mails das letzte Mal für den Tag abzurufen, als der Messenger unerwartet eine Nachricht poppt.

[18:19:31] pasQualle: http://www.youtube.com/watch?v=KCzIw4W7fdQ

Als ich den Link klicke und die Seite lädt ahne ich noch nicht, was gleich passieren wird: Ein Stirnrunzeln. Ich lausche, wundere mich. Ein Kanon? Wie ungewöhnlich. Lustig-leicht, poppig und mitreissend.
Ich öffne ein neus Tab im Browser und Tippe in die Adresszeile: “Fleet Foxes wiki” ENTER.

Die bekannten Fakten in Kürze: fünf Jungs aus Seattle, die am 3. Juni 2008 ihr erstes Album lanciert haben, ihre Musik selbst als “baroque harmonic pop jams” umschreiben und neben 4 Sternen im Rolling Stone Magazine auch eine 10/10 Wertung in Jan Wiggers’ Kolumne auf Spiegel Online für sich verbuchen können.

Herrn Wiggers’ Assoziationen mit ursprünglichen Hippie-Sounds und den “Eagles” kann ich beim Anhören sogar teilweise zustimmen: da ich’s mir nicht schwertuen will, mach ich’s mir einfach und nenne den Sound “easy listening”, ohne damit der Qualität gerecht zu werden. Denn so leicht, wie die Musik daherkommt, wurde sie sicher nicht produziert.

Komplexe Arrangements, hervorragendes Mastering: wenn man in den Genuß einer guten Wiedergabe kommt, entfaltet sich ein hochdynamisches musikalisches Spektrum. Gerade weil sie Amerikaner sind, ist das ein bemerkenswerter Kontrast zum Einheitsgeschredder von MTV (nicht stilistisch, sondern rein technisch bewertet). Über textliche Inhalte aber, will ich mich zunächst nicht äußern: Sie erscheinen vielebenig und bedürfen weiterer Interpretation. Pluspunkt, ohne Frage.
Fest steht, dass ich heute abend dem Gesang und Gezupfe noch fröhnen werde :)

Fleet Foxes - Ragged Wood