Mit Led Zeppelin fing es an und hörte es auf. Für mich zumindest. Als ich mit 14 Jahren eine CD meines Vaters in die Anlage legte und Whole lotta love mit sattem Sound den Raum um mich herum erfüllte, begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. Zwar fand er nie wirklich ein Ende, erschöpfte sich aber in der Qualität der Musik, sobald ich versuchte etwas Vergleichbares zu finden.

Um mich nun des Vorwurfs zu erwehren, nichts anderes zu kennengelernt zu haben, möchte ich betonen, dass ich so ziemlich alle wichtigen Namen des Genres angehört habe. Waren auch viele gute Sachen dabei, keine Frage. Aber heute, keine zehn Jahre später, sehe ich in meinem Last.fm-Profil kaum eine Größe dieser Richtung und stelle fest, dass ich mehr Franz Liszt und Beethoven höre, mein Musikstil ruhiger geworden ist und ich den Hang zu melancholisch-melodischen Künstlern entwickelt habe.

Ich bin des Rock aber keineswegs überdrüssig geworden. Die Erweiterung meiner Klanghorizonte war die treibende Kraft hinter dieser wohl normalen Entwicklung.

Ich und meine LesPaul
Ich im Jahre 2000 mit meiner Les Paul

Meine Playlist versetzte mich heute mit einem Song zurück in diese Zeit, als ich die Nachbarn mit voll aufgedrehtem Verstärker zu malträtieren pflegte und der Bass das Hausdach abzuheben drohte. So gewinnt ein ehemals wenig beachteter Song von BRMC durch die Erinnerung an die unbeschwerte Jugend eine gänzlich neue Bedeutung. Ich lehne mich zurück und wiederhole eine Phrase in Gedanken…

I fell in love with a sweet sensation.
I gave my heart to a simple chord.
I gave my soul to a new religion.
Whatever happened to you.
Whatever happened to my Rock’n'Roll.

Black Rebel Motorcycle Club - Whatever happened (to my Rock’n'Roll)