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Das Leben mit Standardabweichung

Archiv für November, 2007

Heute: Hörsaal spielt Klassik

Einen großen Hörsaal für sich allein zu haben hat was: Die Freizeit meiner Mittagspause und die leere des Saales fülle ich mit Boccherini aus dem Ö1-Webradio. Der Raumklang verleiht der klassischen Musik die richtige Atmosphäre. Ein Wohnzimmer mit den Ausmaßen dieses Raumes wäre durchaus angesagt! Sponsoren willkommen. Mit einer guten Anlage in meinen eigenen vier Wänden wäre ich aber auch schon zufrieden :D

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    Holy moly, was für ein mitreissender Song. Jarvis Cocker’s britischer Band Pulp hätte ich schon längst einige Zeilen widmen sollen. Werde ich nachholen müssen: His’n'Hers, This is Hardcore, Help the Aged, usw. usf. dürfen in keiner anständigen Sammlung fehlen! So herrlich sympathisch pathetisch :)

    Pulp – Babies

    Prädikat: Besonders easy-listening. Irgendwie scheinen die Menschen oben im Norden ein Händchen für Melodien zu haben. Wie zum Beispiel die rühmlichen Norweger Kings of Convenience. Moment, da gibt es doch eine weitere Parallele. Hmmm.
    Okay, es ist spät und meine Finger haben keine Lust mehr auf Tippen. Ihr kommt schon drauf ;)
    Also: einfach nur mal festgehalten:

    Acid House Kings – This Heart is a Stone

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  • Sweet Sensation!

    Mit Led Zeppelin fing es an und hörte es auf. Für mich zumindest. Als ich mit 14 Jahren eine CD meines Vaters in die Anlage legte und Whole lotta love mit sattem Sound den Raum um mich herum erfüllte, begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. Zwar fand er nie wirklich ein Ende, erschöpfte sich aber in der Qualität der Musik, sobald ich versuchte etwas Vergleichbares zu finden.

    Um mich nun des Vorwurfs zu erwehren, nichts anderes zu kennengelernt zu haben, möchte ich betonen, dass ich so ziemlich alle wichtigen Namen des Genres angehört habe. Waren auch viele gute Sachen dabei, keine Frage. Aber heute, keine zehn Jahre später, sehe ich in meinem Last.fm-Profil kaum eine Größe dieser Richtung und stelle fest, dass ich mehr Franz Liszt und Beethoven höre, mein Musikstil ruhiger geworden ist und ich den Hang zu melancholisch-melodischen Künstlern entwickelt habe.

    Ich bin des Rock aber keineswegs überdrüssig geworden. Die Erweiterung meiner Klanghorizonte war die treibende Kraft hinter dieser wohl normalen Entwicklung.

    Ich und meine LesPaul
    Ich im Jahre 2000 mit meiner Les Paul

    Meine Playlist versetzte mich heute mit einem Song zurück in diese Zeit, als ich die Nachbarn mit voll aufgedrehtem Verstärker zu malträtieren pflegte und der Bass das Hausdach abzuheben drohte. So gewinnt ein ehemals wenig beachteter Song von BRMC durch die Erinnerung an die unbeschwerte Jugend eine gänzlich neue Bedeutung. Ich lehne mich zurück und wiederhole eine Phrase in Gedanken…

    I fell in love with a sweet sensation.
    I gave my heart to a simple chord.
    I gave my soul to a new religion.
    Whatever happened to you.
    Whatever happened to my Rock’n'Roll.

    Black Rebel Motorcycle Club – Whatever happened (to my Rock’n'Roll)

    Lernziel: GUDE LAUNÄ!

    Eine weitere Youtube-Unterrichtseinheit: Matze erklärt Techno.

    Was elektronische Musik mit Hausbauen, Rasenmähen und Heckenscheren zu tun hat mag sich dem unbeteiligten Betrachter im ersten Moment nicht erschließen. Wer aber, wie ich, gerne Nächte in Clubs mit guten Beats durchtanzt, wird sich in der einen oder anderen Darstellung wiedererkennen.
    Ein Lob auf Matze, der uns diese Tanzkultur mit Feingespür und Sachkenntnis auf schwäbisch erläutert.

    Ein Sinn für Selbstironie wird für den Genuss dieses Videos strengstens empfohlen.
    Man beachte auch den freundlich lächelnden Typen bei 3:07min.

    Beats zum Abtauchen

    The Chemical Brothers – The Salmon Dance

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  • 5 Säulen des Surfens

    Bei Langeweile oder Orientierungslosigkeit fragen Sie ihren Sohn oder Blogger.
    5 Empfehlungen für den täglichen, hochqualitativen Trash- und News-Input.

    UNF-UNF
    UNF-UNF

    Die tägliche Dosis Trash für den Netz-Junkie. Nach einer längeren Schaffenspause werden die Inhalte wieder regelmäßig aktualisiert und sind oft brand-aktuell. Die großzügigen Werbeflächen sind zu verzeihen, denn im Gegensatz zu so manch anderer Seite wird hier auf Kategorien wie “Babes” gottseidank verzichtet!
    Link: Zur Webseite unf-unf.de

    pasQuallepasQualle – federleicht profan
    Neben seinen schreiberischen Tätigkeiten für das goon-Magazin veröffentlicht pasQualle regelmäßig Beiträge im Rahmen seiner Sub-Kultur. So findet man im Blog neben persönlichen Inhalten auch sozialkritische Auseinandersetzungen sowie hochaktuelle Ereignisse in Film, Musik und Web.
    Auf seinen Gechmack ist Verlass und so empfiehlt sich der regelmäßige Besuch der Webseite, um am Geschehen in der Welt des Indie dranzubleiben.
    Link: Zum Blog pasQualle

    ahoipolloi.blogger.deahoipolloi – ein füllhorn voller fühlhörner
    Während die Cartoons für viele einfach nur schlecht gezeichnet sind, sind sie für mich vor allem eines: absoluter Kult! Grobes Wissen um das aktuelle Zeitgeschehen ist die Voraussetzung für den Genuss des herrlich derben Humors (Zitat: “Für oder gegen das Vergessen oder so – Amnesie International”). Beinahe täglich werden die Gags ergänzt und so hat sich bereits eine beachtliche Menge an Lachern angesammelt. Vor allem ein Besuch der Klassikergallerie sei jedem wärmstens empfohlen. Gude Laune!
    Link: Zur Webseite ahoipolloi

    ExtralifeExtralife – by Scott Johnson
    Scott Johnson ist ein Mann mit Humor. Und den teilt er mit der ganzen Welt. Seine Dilbert-Comics sind mittlerweile zu einer Institution unter Nerds geworden, aber bei weitem nicht das einzige, was die Webseite zu bieten hat. Wer der englischen Sprache mächtig ist findet hier täglich feinsinnige Anekdoten, skurrile Beobachtungen und vor allem viele ulkige Zeichnungen.
    Link: Zum Blog Extralife

    Moleskine ProjectMoleskine Project
    Auch wenn das wohlfeil klingen mag, aber bei dieser Website handelt es sich um ein besonders nobles Projekt. Der Reiz liegt für mich in der Tatsache, dass es privat betrieben wird: Künstler bieten anderen Gleichgesinnten eine kostenlose Platform zur Veröffentlichung und Diskussion ihrer Werke, ohne elitäre Ansprüche zu erheben und zu selektieren. Es lohnt sich, immer mal wieder reinzuschauen.
    Link: Zum Moleskine Project

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  • CD- / Band-ReviewFrüher waren MTV und VIVA meine primären Quellen für neue Musik. Last.fm gab’s da noch nicht, ja noch nichtmal Web 2.0. Der Willkür profitorientierter Programmchefs ausgesetzt kam also öfters mal vor, dass man eine Band nach einem einzigen Videoclip aburteilte, den Namen in Gedanken mit dem Prädikat “uninteressant” versah und so abspeicherte.

    So entgingen mir auch die 1991 in England formierten Tindersticks. Ausgerechnet Kurt Wagner weckte mein Interesse schließlich durch eine kurze Referenz an Stuart Staples während eines Solo-Auftrittes in Karlsruhe. Beide standen nämlich schon gemeinsam im Studio. Alleine daraus resultiert für mich die Verpflichtung, sich zumindest ein Mal aktiv mit der Band auseinanderzusetzen.
    Und, wen wundert’s, die Jungs sind erste Sahne!

    Dass es sich bei der Band um keine fröhlich-hippe Party-Posse handelt lässt die Zusammenarbeit mit Lambchop bereits vermuten und der ausgewählte Track ist zugegebenermaßen ein vor Leid strotzendes Beispiel, aber ich schreibe hier ja nicht für Top Of The Pops.

    Charakteristisch sind die verrauchte Bariton-Stimme von Frontmann Staples sowie orchestrale Arrangements mit wechselndem Instrumental. Manchmal dick aufgetragen aber stets wohl akzentuiert. Kombiniert mit Texten, die oft sehr geradlinigen Geschichten gleichen und ehrlich und einnehmend auf mich wirken. Eine weitere Band, deren vollständige Diskografie ich nach und nach erstehen werde :)

    Tindersticks – Dying slowly

    CD- / Band-ReviewErwähnenswert an Stephin Merrit’s The Magnetic Fields finde ich neben der vielfältigen Klangwelt und dem Triple-Album “69 Love-Songs” die cleveren Texte der 1990 in New York gegründeten Band. Ausnahmsweise habe ich hier keinen Geheimtip verpennt: Ich musste wohl erst reifen, um Zugang zu den oft schweren Songs zu finden. Aber das macht ja nichts, im Gegenteil. Es freut mich, ähnlich wie das Lösen einer komplexen mathematischen Aufgabe. Und so ist der ausgewählte Song kein schluchzendes Aushängeschild meines Gemütszustandes sondern ein fröhliches Bekenntnis zur polnischen Melancholie :)

    The Magnetic Fields – I don’t want to get over you

    I don’t want to get over you.
    I guess I could take a sleeping pill and sleep at will have to go through what I go through.
    I guess I should take Prozac, right, and just smile all night at somebody new, Somebody not too bright but sweet and kind who would try to get you off my mind.
    I could leave this agony behind which is just what I’d do if I wanted to, but I don’t want to get over you cause I don’t want to get over love.
    I could listen to my therapist, pretend you don’t exist and not have to dream of what I dream of.
    I could listen to all my friends and go out again and pretend it’s enough, or I could make a career of being blue.
    I could dress in black and read Camus, smoke clove cigarettes and drink vermouth like I was 17 that would be a scream but
    I don’t want to get over you.

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