Das Leben mit Standardabweichung
12 Jun
Kurz vor Blogschluss erreicht uns die göttliche Eingebung Reinald Grebe mit einem bescheidenen Eintrag in unseren Mediensammlung zu würdigen. Ein Kölner Musikkabarettist. Und gut ist er auch!
Rainald Grebe “Das Robinson-Crusoe-Konzert”
SA, 01.12.07 - Gaggenau, Klagbühne
12 Jun
Man kann die Herren ja nicht genug preisen!
Deswegen gibt es heute neue Fotos in der Gallerie vom Konzert in Salzburg im Dezember ‘06 und einen weiteren Clip, den wir Youtube zu verdanken haben. Gute Laune!
Sie wollen mehr über Lambchop wissen?
12 Jun
Zutiefst betroffen musste ich heute von der tragischen Begegnung des palästinensischen Gangsta-Rappers Massiv mit der Abendgesellschaft eines türkischen Kulturzentrums lesen, in deren Rahmen es zu gewalttätigen Ausschreitungen mit mehreren Leichtverletzten kam:
Massenschlägerei nach Konzert: Zuschauer greifen Rapper “Massiv” an - Spiegel Online
Zugegeben, es fällt mir etwas schwer, mich in die Situation zu versetzen. Das Rap-Business mit seinen ungeschriebenen Gesetzen ist mir ein Rätsel. Sollen Schlägereien die eigene Street-Credibility untermauern? Gehört es zum guten Ton, seine Gastgeber bereits zu Beginn des Auftrittes massiv zu beleidigen?
Soviel (Wort-)Gewalt um Nichts – für mich spricht hier die pure Verzweiflung:
“Ihr wollt’n Ghetto-Lied, auf’n Ghetto Beat. Kommt nach Wedding, dann wisst ihr wo das Ghetto liegt. Das ist mein Bezirk, geh hier nicht weg, liebe meine Brüder, widme ihnen diesen Track.”
Berlin-Wedding ist das Karrieresprungbrett des Pro-Rappers, der beim Major Sony untergekommen ist. Dabei dürfen wir seine Herkunft nicht vergessen. Massiv kommt nämlich aus Pirmasens/Pfalz. In nur zwei Jahren hat er es also geschafft, sich zu kleiden und zu verhalten wie ein Junge aus dem Ghetto. Das ist schon eine brave Leistung, Sony weiß dies sicher gebührend zu entlohnen. Da kommt auch eine Massenschlägerei gelegen: Medienwirksam umgesetzt ist sie Teil der bitter notwendigen Publicity eines Emporkömmlings, dessen größtes Problem ein unglaubwürdiges Image ist.
Man kann es ihm auch nicht übelnehmen: Seine eigene Identität zu verkaufen und die Klischees einer benachteiligten Gesellschaftsschicht auszubeuten sind in der knallharten Musikbranche sicher nicht die letzten Opfer, die zu erbringen man bereit sein sollte. Insofern stelle ich mir vor allem eine Frage:
Hätte er die Backpfeifen nicht schon früher verdient?
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