Über unerwünschte Werbesendungen per E-Mail wundert man sich heutzutage genausowenig wie über die Tatsache, dass diese zweifelhaften Angebote stets die Günstigsten, Sichersten, schlichtweg: Besten sind. Mit Spam-Mails kann man sich zweifelsohne belustigen. Was hingegen keine Freude bereitet: Die weltweiten Initiativen gegen diese elektronische Plage können kaum Abhilfe schaffen.

SPAM - Mail im Postfach

Das Penisvergrößerungsangebot des Absenders “Fleischer” beispielsweise:
*WEGWERF*
Aber nicht die digitale Post, nein: mich! Ich winde mich in krampfhaftem Lachen bei jedem weiterführenden Gedanken.

Doch das Lachen vergeht mir schnell, wenn ich aktuelle Artikel der Presse zum Thema studiere. Seit Jahren werden Gesetze verschärft, gar neue geschaffen. Wie wirkungslos diese sind, wird mir immer wieder schmerzlich bewusst, wenn ich feststellen muss, dass 99 Prozent meines Thunderbird-Traffics von Junkmails verursacht werden.

Da sprechen Wirtschaftsvertreter und “Experten” von Milliardenschäden aufgrund überlasteter Netzwerke, fordern harte Strafen von Politikern. Diese reagieren darauf und offenbaren maßlose Inkompetenz, wenn es darum geht, die Ursachen dieses Problems zu erkunden und zu bekämpfen. Erst neulich verlautbarte heise.de (Link: Feldzug gegen nordamerikanische Spammer) einschlägige Erfolge gegen die digitale Postpest. Stutzend nahm ich dies zur Kenntnis. Trotzdem werden es jeden Tag mehr und mehr niegelesene Angebote in den Mailboxen nichtinteressierter User. Oder irre ich da?

Vielleicht bleibt es mir einfach verborgen, dass es wirklich Menschen gibt, die diese Angebote annehmen. Vielleicht irre ich tatsächlich, wenn ich den Gedanken an so viele leicht suggerierbare Individuen verweigere. Vielleicht sind Spam-Mails das konsumentenfreundlichste Werbeangebot schlechthin?

“Yeah - whatever”. Die meisten Internet-Surfer haben sich auf diese Plage eingestellt. Kaum jemand, den ich kenne, der sich noch darüber aufzuregen vermag. “Ja! Neue Gesetze wären nicht schlecht!” wird aus so manche Ecke laut. Doch wer Nachrichten liest, weiß, worauf dies hinausläuft. Man möge die vielbeachtete Meldung aus Frankreich verinnerlichen: (Link: Heftige Proteste gegen geplante französische Urheberrechtsverschärfung); in meinen Augen ein Paradebeispiel für die Wechselwirkungen der Interessen von Staat und Wirtschaft. Ein erschreckendes Zeugnis der Kurzsichtigkeit.

Warum aber verschwende ich meine Zeit für Artikel wie diese, die zum Ende als Datenbankbackups den letzten Zuschlupf in der Bedeutungslosigkeit meines Datenwusels auf der Festplatte finden? Die Antworten darauf sind frei interpretierbar.
Was aber ohne Zweifel richtig sein muss, ist folgendes: Während mir als Student kaum Geld bleibt, meinen Allerliebsten Geschenke wie CDs oder DVDs zu Weihnachten zu kaufen, muss ich mit dem Gedanken leben, dass die Menschen, welche entsprechende Gesetze verabschieden, über genug Liquidität verfügen, nicht nur überteuerte Produkte zu kaufen, sondern im Notfall auch den besten Anwalt finanzieren können um sich selbst oder die eigenen Sprösslinge “freizukaufen”. Denn “mp3″ und die neuesten Kinofilme aus dem Internet sind keine Angelegenheit von Verbrechern, sondern eine Begleiterscheinung der weltweiten Vernetzung: allgegenwärtig.

Ich jedenfalls spiele nicht mit. Spammer, Medienkonzerne, Milliarden: Mir alles egal. Denn ich schlafe jeden Abend mit dem guten Gewissen ein, ein ehrlicher Mensch zu sein.

Dies lässt sich weder kaufen noch verkaufen.

In diesem Sinne: Eine Frohe Weihnacht der Menschheit - Lasst euch von Abzockern nicht zu Kriminellen machen!