Das Leben mit Standardabweichung
28 Sep
Der Typ neben mir nickt mit dem Kopf zum Beat. Die Augen geschlossen wirkt er hochkonzentriert.
Während der EuroCity durch die Nacht gleitet, verfluche ich meinen Leichtsinn, keine Unterhaltungselektronik mit auf den Weg genommen zu haben.
Doch “wer braucht schon einen iPod, wenn er wachsame Ohren hat” denke ich mir und sperre die Lauscher weit auf, um dem Rhythmus dieser Welt zu lauschen. Der Zug beschleunigt aus einem Bahnhof heraus:
Ba don ka dong - Ba don ka dong - Badon kadong - Badon kadong - Badonkadong Badonkadong Badonkadong!
Ich habe mich schon immer gefragt, wie Bob Kane und Bill Finger in den legendären Batman-Comics Schriftlaute wie “Kawoom” und “Swoosh” zusammengereimt haben. Eigentlich ist mir das egal, aber es ist ein guter Vorwand, um die in der Kindheit wurzelnde Begeisterung für diese Lautmalerei einzuleiten.
So kommt es, dass Typen wie ich jede Alltagshandlung mit dem Nachsprechen solcher Worte zelebrieren. Zur Belustigung, manchmal auch zum Leidweisen der Umgebung. Oder finden Sie es erotisch, wenn der Partner “Flutsch!” flüstert…?
Nicht genug der Metaphysik - heute fragte ich mich, wie authentisch gefaselte Schriftlaute wohl klingen können: Macht die Bierflasche wirklich “Fumpp”, Gläser wirklich “Zing”? Ob ein Technobeat wirklich mit “WU TS K TSS; TS K; WU TS K TSS!” treffend beschrieben werden kann, mag für viele dahingestellt sein - für uns ist es ein schlichtes Faktum. Doch mit solch komplexen Töns beschäftigen wir uns an dieser Stelle nicht. Bevor wir die Scheidung der Geister gestatten, wollen wir diese Frage wissenschaftlich untersuchen. Es sind die Klänge des Alltags, die unseres Rätsels Lösung sind.
Versuchsaufbau:
Ausgestattet mit einem handelsüblichen Tischmikrofon der Marke hama machen wir uns auf die Jagd: Wir zeichnen diverse Klänge digital auf. Danach versuchen wir diese nachzusprechen und vergleichen anschließend das Ergebnis grafisch per “Nullsoft Voiceprint Plugin”, kostenlos mit Winamp 2.90 erhältlich.
Versuch Nr. 1: Klingende Gläser
Man nehme ein standardisiertes Weinglas und schlage es mit einem metallischen Gegenstand an.
Sound: ZIINNNNG

Links: Das klingende Weinglas; rechts: Martin.
Versuch Nr. 2: Feder-Gabel
Wir lassen eine hart eingespannte Gabel federn.
Sound: BÄÄÄOOUUUU

Links: Die federnde Gabel; rechts: Martin.
Versuch Nr. 3: Bierdeckelentfernung
Mit dem Feuerzeug öffnen wir eine Bierflasche im Maurer-Stil.
Sound: FUMMPP!

Links: Bierflaschenöffnung; rechts: Martin.
Versuch Nr. 4: Messer
Ein langes Messer wird hart eingespannt und gefedert.
Sound: PSSTTRRRRR

Links: Messer; rechts: Martin.
Fazit:
Eigentlich keins - aber wir haben einen wundervoll sonnigen Nachmittag mit Unsinn verschwendet und fühlen uns trotzdem gut dabei, denn: Wir lieben Schriftlaute!
5 Antworten für "Soundstudie: Badonkadong!"
gg
Ein interessanter Versuch, eine Erläuterung der “audiogramme” wäre sehr hilfreich - was macht “martin” in den jeweiligen Versuchen?
Wird er ebenfalls eingespannt, gefedert und mit Metall angeschlagen?
Hehe - Hi Julo
Freut mich, dass Du hierher gefunden hast!
In der Tat musst’ ich größte Qualen erleiden und unglaubliche Opfer erbringen um mich zu diesem EXPERIMENT zu überwinden
Gruß - ma sieht sisch!
“Wird er ebenfalls eingespannt, gefedert und mit Metall angeschlagen?”
MWAHAHA!
Badonkadong 2? Bitte mit Fotos aus der Laborküche während des Experiments.
Pimpen des Beitrags ist in Arbeit
It’s a very nice website you’re having here. right Stake will Con Corner without any questions: , to Loose Opponents you should be very Industrious Circle will Boy unconditionally , Astonishing Round Roll or not Memorizing, Central, Superb nothing comparative to Black
Kommentieren