Das Leben mit Standardabweichung
17 Jul
Hinter diesem Namen verbirgt sich eine der derzeit gefeierten Blues-Größen: The Robert Cray Band, die im Mai ihr Album “Twenty” auf den Markt brachten, gehören zu den wenigen Gruppen, die uns vor Ohren führen: Neue Musik muss nicht zwangsläufig besser sein. Und Stil ist zeitlos.
Robert Cray, seinerseits begnadeter Blues-Gitarrist, blickt auf eine lange Karriere zurück.
Geboren 1953 als Sohn eines Armee-Angehörigen in Ohio, interessiert sich der junge Robert schon im zarten Kindesalter für Instrumente und Musik. Seine erste Band gründet er an der Highschool in Virginia, bevor es ihn im Jahre 1974 nach Kalifornien zieht. Mitten in dieser bewegten Zeit entsteht dort ein paar Jahre später die erste Platte der Robert Cray Band, “Who’s been Talkin?”, welche ‘78 auf Umwegen schließlich in die Läden kommt und über Mundpropaganda Absätze in Teppichkantenhöhe reisst.
Ihr zweites Album “Bad Influence”, welches erst ‘83 veröffentlicht wird, verfehlt den Blues-Hype der Zeit zwar um einige Jahre, wird aber dennoch begeistert gefeiert – als “retro”.
Doch die öffentliche Meinung kann irren, rückwärtsgerichtet klingt die Band kaum. Vielmehr urig: Auralgenuss vom Feinsten. Roberts’ Blues-Gitarre, begleitet von Bass, Schlagzeug und Keyboard, wird ergänzt durch seine weiche Stimme und eine ordentliche Portion Soul. Eine Kombination, eine klassische - keine besonders raffinierte. Aber eine, die Britney sicher nicht nachtanzen kann.
“Strong Persuader” wird ‘86 schließlich zum erfolgreichsten Blues-Album der Band. Der Song “Bad Influence” wird von Clapton gecovert, Cray spielt mit Chuck Berry und Tina Turner. Heute hat die Band bereits ihren tausendsten Gig in der gleichen Formation hinter sich.
Sie sind produktiv und dabei erfolgreich: 5 Grammies und mehrere Nominierungen zeugen davon. Im Mai erschien schließlich ihr aktuelles, 16. Album, “Twenty” (quelle: rosebudus.com).
Wir haben reingehört und sind sehr positiv überrascht: Die neuen Songs kommen erstaunlich fidel dahergedudelt. Sehr bekömmlich, fast wie Fisch: leicht und gesund, äußerst balanciert, melodisch ausgeglichen, abwechslungsreich (in manchem Lick meinen wir sogar, den großen Hendrix zu hören). Die Soundqualität ist sehr hoch, auch für ein Studio-Album der Neuzeit.
Das Stück Poor Johnny eröffnet die Platte etwas melancholisch, was Lust auf mehr macht. Fadin’ away ist derzeit der in der Redaktion Salzburg am häufigsten gespielte Titel. Straight Blues. Die Lyrics sind sehr direkt und verzichten auf Sophisterei und Metaphern: “Remember the good times always follow the bad. Pretty soon, it’ll all fade away”. Das alte Sprichwort “Jetzt kann es nur noch besser werden” verpackt in einer aufmunternden Bluespredigt.
“Twenty” ist langsamer und instrumentalisch schlanker, was dem kritischen Songtext über einen Soldaten im Irak-Krieg eine besondere Wirkung verleiht: “When you’re used up, where do you go, soldier? Late in 2004 comes a knock at the door. It’s no surprise, mother dry your eyes.”
Freilich wird der HipHop-Enthusiast mit dieser Platte so seine Schwierigkeiten haben. Dennoch eignet sich “Twenty” auch für Neugierige, die sich in dem Genre erst ein wenig umhören möchten. Und das verbriefen wir gerne: Wer diese Platte kauft, kann sich der Qualität der alten Schule und hohem Genuss sicher sein. Eine zeitlose Blues-Platte. Und das macht Robert Cray zu einer weiteren Empfehlung der errorblog.com-Redaktion.
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