Das Leben mit Standardabweichung
14 Jul
Erst kürzlich erschien ihr 2005er Debutalbum “HAL”, wir finden: ein selten gelungenes Meisterwerk.
Von diesen drei Herren Ende zwanzig werde wir sicher noch hören. In dieser Zeit, in der sich gute Musik rar gemacht hat, schenken wir natürlich jeder neuen unabhängigen Produktion Aufmerksamkeit. Eine besondere Portion davon haben sich diese Briten sofort verdient: Mit Vorbildern wie den Beatles, den Beachboys oder Jefferson Airplane ist die stilistische Orientierung dieser Gruppe stark geprägt von den Sounds der Sechziger und Siebziger.
Aber hier handelt es sich nicht um eine trendige Retroabklatsch-Band. HAL setzen eigene Akzente, das hört man der Platte auch an: Jegliche Assoziationen verlieren sich in den vielseitigen Arrangements. Neben langsam Melancholieschinken wie “My eyes are sore” gibt es überragend herrliche Stücke wie “Don’t come running”, die locker und luftig dahergedudelt kommen und Sommer mitbringen.
Wie meistens ist aber auch wieder eines nötig, um diese Musik voll auskosten zu können: Kenntnisse in Englisch. Denn wenn man erstmal in die Texte hineinlauscht, offenbart sich einem eine zynische Lyrik, die, mal traurig, mal fröhlich Geschichten aus dem Leben gegriffen erzählt. Und damit einem das wohle Gefühl hinterlässt, dass Musik einen endlich wieder versteht.
Aber das ist nicht unbedingt nötig - denn die Songs sind unbestechlich gut und eignen sich als Sommerhit für die Charts, Autofahren und Weltuntergang.
Link: www.halmusic.com
Kommentieren